Digitale Vermögensverwalter

Bester Robo-Advisor: Vergleich und Test

Wer wenig Zeit hat, kann sein Geld einfach, günstig und zeitsparend mithilfe von einem Robo-Advisor anlegen. Schon ab geringen Mindestanlagesummen ist hier eine Investition möglich. Was ein Robo-Advisor überhaupt ist, wann sich für Sie eine Geldanlage über Robo-Advisors lohnt und worauf Sie dabei achten sollten, erfahren Sie hier.

Robo-Advisor-Vergleich

Robo-Advisor - das Wichtigste in Kürze

Robo-Advisors kümmern sich objektiv und automatisiert auf der Grundlage von Algorithmen um Ihre Geldanlage.
Roboter-Berater nehmen Ihnen den Aufwand rund um die Geldanlage ab, sind aber trotzdem günstiger als klassische Vermögensverwaltungen.
Anhand einer Abfrage Ihrer Anlagepräferenzen legen Robo-Advisor die passende Anlagestrategie fest. Der Robo-Advisor-Vergleich hilft Ihnen bei der Suche nach dem passenden Anbieter.
Tipp: Bevor Sie sich für einen digitalen Vermögensverwalter entscheiden, sollten Sie Vorteile und Nachteile von Robo-Advisors kennen.

Robo-Advisor - Empfehlungen & Tipps

Um über einen Robo-Advisor Geld anzulegen, müssen Sie Kunde werden.
Unsere Empfehlung: Wählen Sie einen Robo-Advisor, der Ihre Anlagestrategie am besten abbilden kann.
Produktempfehlung: Mit OSKAR investieren Sie bereits ab einer monatlichen Sparrate von 25 Euro in bis zu zehn globale ETFs gleichzeitig. CAPITAL hat OSKAR im aktuellen Test mit der Höchstnote von 5-Sternen ausgezeichnet. OSKAR erreichte dabei die höchste Rendite aller Top-10 Angebote im Test. Welt am Sonntag, ntv und ELTERN (zum ETF-Sparen für Kinder) empfehlen OSKAR ebenfalls. Bei Quirion legen Sie Ihr Geld günstig an. Aber auch mit Ginmon können Sie sparen. Denn dieser Robo hat eine eigene Portfoliotechnologie Namens Apeiron, die sonst so kein Robo-Advisor vorweisen kann.
Unser ausführlicher Robo-Advisor-Test hilft Ihnen, den passenden Robo-Advisor für Ihre Anlagestrategie und Ihr Sparziel zu finden.

Robo-Advisor-Vergleich

Anbieter Kosten Performance nach Kosten (Anlagesumme 50.000 Euro)

Oskar Logo

zum Anbieter

Grundgebühr/Servicegebühr:
Bis 9.999 Euro 1,00 Prozent p.a.,
ab 10.000 Euro 0,70 Prozent p.a. (inkl. Transaktions­gebühren, ohne Fonds- und Spreadgebühren)

Mindesteinzahlung:
1.000 Euro (Einmalzahlung) oder
25 Euro (Sparplan)

Gebühr bei Einzahlung von 50.000 Euro:
350 Euro p.a.

Gebühr für Performance?
Nein

Gesamtjahr 2020
+4,10 Prozent (OSKAR 50 – 50 Prozent Aktienanteil)

12 Monate (rollierend)
+20,90 Prozent (OSKAR 50 – 50 Prozent Aktienanteil)

Zusatzinfo
CAPITAL hat OSKAR im aktuellen Test mit der Höchstnote von 5-Sternen ausgezeichnet. OSKAR erreichte dabei die höchste Rendite aller Top-10 Angebote im Test. Welt am Sonntag, ntv und ELTERN (zum ETF-Sparen für Kinder) empfehlen OSKAR ebenfalls.

Ginmon Logo

zum Anbieter

Grundgebühr/Servicegebühr:
0,75 Prozent p.a. (inkl. Transaktions-, Fonds- und Spreadgebühren)

Mindesteinzahlung:
Keine

Gebühr bei Einzahlung von 50.000 Euro:
195 Euro p.a.

Gebühr für Per­for­man­ce?
Nein

Gesamtjahr 2020
-0,28 Prozent (Portfolio 5 – 50 Prozent Aktienanteil)

12 Monate (rollierend)
+24,87 Prozent (Portfolio 5 – 50 Prozent Aktienanteil)

Zusatzinfo
Dank intelligenter Technologie optimiert Ginmon die Steuern seiner Kunden.

Quirion Logo

zum Anbieter

Grundgebühr/Servicegebühr:
Bis 10.000 Euro ein Jahr lang kostenfrei,
ab 10.001 Euro 0,48 Prozent p.a. (ohne Transaktions-, Fonds- und Spreadgebühren)

Mindesteinzahlung:
1.000 Euro

Gebühr bei Einzahlung von 50.000 Euro:
240 Euro p.a.

Gebühr für Performance?
Nein

Gesamtjahr 2020
-0,67 Prozent (60/40-Portfolio – 60 Prozent Aktienanteil)

12 Monate (rollierend)
+22,53 Prozent (60/40-Portfolio – 60 Prozent Aktienanteil)

Zusatzinfo
„Finanztest“ kürte Quirion im Robo-Advisor-Vergleich (08/2018) zum Test­­sieger.

Savity Logo

Grundgebühr:
0,99 Prozent p.a.
(inkl. Transaktionsgebühren, ohne Produkt- und Spreadkosten)

Mindesteinzahlung:
3.000 Euro

Gebühr bei Einzahlung von 50.000 Euro:
495 Euro p.a.

Gebühr für Performance?
Nein

Gesamtjahr 2020
+2,80 Prozent (Savity Green mit Value-at-Risk 16,5 % – 45 Prozent Aktienanteil)

12 Monate (rollierend)
+20,42 Prozent (Savity Green mit Value-at-Risk 16,5 % – 45 Prozent Aktienanteil)

Zusatzinfo
Savity bietet Anlagestrategien mit zwei verschiedenen Anlagekonzepten an – klassisches Rebalancing oder einen Value-at-Risk-Ansatz.

Carl Bankhaus Spängler Logo

Grundgebühr:
ab 30.000 Euro 1,25 Prozent p.a.
ab 300.000 Euro 0,95 Prozent p.a.
(inkl. Transaktionsgebühren, ohne Produkt- und Spreadkosten)

Mindesteinzahlung:
30.000 Euro

Gebühr bei Einzahlung von 50.000 Euro:
625 Euro p.a.

Gebühr für Performance?
Nein

Gesamtjahr 2020
Keine pauschale Performance-Ermittlung möglich.

12 Monate (rollierend)
Keine pauschale Performance-Ermittlung möglich.

Zusatzinfo
Die renommierte Private Banking Prüfinstanz Fuchs / Richter reihte das Bankhaus Spängler und deren Robo-Advisor Carl in der Marktstudie „TOPs 2021“ auch in diesem Jahr unter den Bestplatzierten ein.

Growney Logo

Grundgebühr/Servicegebühr:
Bis 50.000 Euro 0,68 Prozent p.a.,
ab 50.000 Euro 0,38 Prozent p.a. (ohne Transaktions-, Fonds- und Spreadgebühren)

Mindesteinzahlung:
500 Euro oder
Sparplan ab 25 Euro

Gebühr bei Einzahlung von 50.000 Euro:
195 Euro p.a.

Gebühr für Per­for­man­ce?
Nein

Gesamtjahr 2020
+2,55 Prozent (grow 50 – 50 Prozent Aktienanteil)

12 Monate (rollierend)
+25,58 Prozent (grow 50 – 50 Prozent Aktienanteil)

Zusatzinfo
DKI und „€uro am Sonntag“ kürten den Half-Service-Robo Growney zum Test­sieger („Bester Robo-Advisor 2019“).

Fidelity Logo

Grundgebühr:
0,55 Prozent p.a. (ohne Transaktions-, Fonds- und Spreadgebühren)

Mindesteinzahlung: 5.000 Euro

Gebühr bei Einzahlung von 50.000 Euro:
605 Euro p.a. (Grundgebühr + Produktkosten)

Gebühr für Performance?
Nein

Gesamtjahr 2020
+6,12 Prozent (Risk 5 – 60 Prozent Aktienanteil)

12 Monate (rollierend)
+34,14 Prozent (Risk 5 – 60 Prozent Aktienanteil)

Zusatzinfo
Auf Wunsch ist für Fidelity-Kunden ein persönlicher Kundenservice inklusive.

Solidvest Logo

Grundgebühr/Servicegebühr:
10.000 Euro bis 100.000 Euro 1,4 Prozent p.a.,
ab 100.000 Euro 1,1 Prozent p.a. (inkl. Transaktions-, Fonds- und Spreadgebühren)

Mindesteinzahlung:
25.000 Euro (Einmalanlage) oder
10.000 Euro in Verbindung mit einem Sparplan von mindestens 100 Euro monatlich

Gebühr bei Einzahlung von 50.000 Euro:
700 Euro p.a.

Gebühr für Per­for­man­ce?
10 Prozent Gewinnbeteiligung bei neuem Höchststand (High-Watermark-Prinzip)

Gesamtjahr 2020
+2,67 Prozent (50 Prozent Aktienanteil)

12 Monate (rollierend)
+19,93 Prozent (50 Prozent Aktienanteil)

Zusatzinfo
Solid­vest legt in Einzel­­titeln an und stützt sich bei der Geld­anlage auf die lang­jährige Er­fah­rung von DJE Kapital.

Scalable Capital Logo

Grundgebühr/Servicegebühr:
0,75 Prozent p.a. (inkl. Transaktions­gebühren, ohne Fonds- und Spreadgebühren)

Mindesteinzahlung:
10.000 Euro

Gebühr bei Einzahlung von 50.000 Euro:
450 Euro p.a.

Gebühr für Performance?
Nein

Gesamtjahr 2020
-11,18 Prozent (Value-at-Risk 20% – 50 Prozent Aktienanteil)

12 Monate (rollierend)
+18,90 Prozent (Value-at-Risk 20% – 50 Prozent Aktienanteil)

Zusatzinfo
Scalable Capital ist Markt­führer unter den Robo-Advisors in Deutsch­land.

Whitebox Logo

Grundgebühr/Servicegebühr:
Unter 30.000 Euro 0,95 Prozent p.a.,
ab 30.000 Euro 0,85 Prozent p.a.,
ab 50.000 Euro 0,75 Prozent p.a.,
ab 100.000 Euro 0,60 Prozent p.a.,
ab 250.000 Euro 0,45 Prozent p.a.,
ab 500.000 Euro 0,35 Prozent p.a. (inkl. Transaktionskosten, ohne Fonds- und Spreadgebühren)

Mindesteinzahlung:
5.000 Euro

Grundgebühr bei Einzahlung von 50.000 Euro:
375 Euro p.a.

Gebühr für Per­for­man­ce?
Nein

Gesamtjahr 2020
+1,95 Prozent (Ausgewogen – 50 Prozent Aktienanteil)

12 Monate (rollierend)
+18,62 Prozent (Ausgewogen – 50 Prozent Aktienanteil)

Zusatzinfo
Im Robo-Advisor-Vergleich von „Finanztest“ (08/2018) landete Whitebox auf Platz 2.

Investify Logo

Grundgebühr:
1,00 Prozent p.a.,
ab 100.000 Euro 0,8 Prozent p.a. (inkl. Transaktionsgebühren, ohne Produkt- und Spreadkosten)

Mindesteinzahlung:
500 Euro

Gebühr bei Einzahlung von 50.000 Euro:
500 Euro p.a.

Gebühr für Performance?
Nein

Gesamtjahr 2020
+0,57 Prozent (Core 4 – rund 60 Prozent Aktienanteil)

12 Monate (rollierend)
+21,52 Prozent (Core 4 – rund 55 Prozent Aktienanteil)

Zusatzinfo
Investify bietet auch ein ethisch-nachhaltiges Angebot.

Stichtag: 01.04.2021 Quelle: Anbieter

Produkt­empfehlung: OSKAR ist der ETF-Sparplan für die ganze Fa­milie. Bereits ab ei­ner monat­li­chen Spar­rate von 25 Euro können Sie hier in bis zu zehn ETFs mit welt­wei­ter Streu­ung gleich­zei­tig investieren. Ginmon hat eine eigene Portfoliotechnologie Namens Apeiron, die sonst so kein Robo-Advisor vorweisen kann. Scalable Capital ist der Markt­führer unter den Robo-Advi­sors in Deutsch­land, dank des „Value-at-Risk“-Ansatzes können Scalable-Kun­den aus 23­ Risiko­klassen wählen. Bei Quirion können Sie ab einer Min­dest­anlage von 1.000 Euro Kunde werden. Stiftung Warentest machte den Robo-Advisor der Quirin Privatbank in „Finanztest“-Aus­gabe 08/2018 zum Test­sieger. Growney wählten das Deutsche Kunden­institut (DKI) und die Zeitschrift €uro am Sonntag zum Sieger ihres Tests „Bester Robo-Advisor 2019“. 

In unserem aus­führlichen Robo-Advisor-Vergleich erfahren Sie noch mehr über die vor­gestell­ten Anbieter und über mögliche Alter­nativen. Zunächst ver­ra­ten wir Ihnen, was Robo-Advisor auszeichnet und was Sie bei der Auswahl Ihres Anbieters beachten sollten.

Geldanlagen durch Robo-Advisor automatisiert verwalten lassen

Die Verwaltung der eigenen Kapitalanlagen in Eigenregie kostet viel Zeit – und nicht selten annähernd professionelles Börsenwissen. Sie als Anleger können sich Wissen und Zeit sparen, wenn Sie ihr Geld einer digitalen Vermögensverwaltung überlassen. Doch so eine Vermögensverwaltung bietet aber teilweise, zum Beispiel über die Hausbank, nur eingeschränkte Angebote oder kostet, wie bei externen Vermögensverwaltern, viel Geld.

Und da schaffen Robo-Advisor Abhilfe: Sie übernehmen den Anlageprozess ähnlich wie ein Anlageberater Ihrer Hausbank oder andere externe Finanzdienstleister – mit dem großen Unterschied, dass Robo-Advisor deutlich gün­sti­ger sind. Nicht zuletzt, weil sie weitgehend automatisiert arbeiten. Da­rü­ber hinaus bieten Scalable Capital, OSKAR, Growney, Whitebox und Co. viele weitere Vorteile – welche das sind, erklären wir Ihnen nun in unserem Ratgeber.

Doch wie funktioniert ein Robo-Advisor?

Ein Robo-Advisor basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und Algorithmen und übernimmt so die Aufgaben eines klassischen Anlageberaters. Er überwacht Ihr Anlageportfolio und schichtet dieses bei Bedarf um. Das alles passiert automatisch – also ohne, dass Sie selbst oder eine andere Person eingreifen muss. Das erklärt die niedrigen Kosten.

Bevor Sie Ihr Geld bei einem digitalen Vermögensverwalter anlegen können, müssen Sie in der Regel einen kurzen „Anmeldeprozess“ durchlaufen, auf dessen Grundlage der Robo-Advisor die für Sie passende Anlagestrategie auswählt. Sie werden in der Regel danach gefragt, wie hoch Ihre Anlagesumme ist, ob Sie eine Einmalanlage planen oder per Sparplan investieren wollen und welches Risiko Sie bereit sind einzugehen.

Robo-Advisor legen Ihr Geld in der Regel in Exchange-traded Funds (ETFs) an. Diesen an der Börse gehandelten Investmentfonds liegen verschiedene Wertpapiere zugrunde, zum Beispiel Aktien, Staatsanleihen und Rohstoffe, deren Entwicklung die ETFs abbilden – mehr über ETF Fonds erfahren Sie unter anderem in unseren Ratgebern ETF kaufen und ETF-Sparplan .

Robo-Advisor in Österreich – noch immer eine Nische

Während das Geschäft mit den digitalen Vermögensverwaltern vielerorts boomt, ist Robo-Advisory in Österreich noch immer eine Nische. Laut einer Statista-Prognose wird sich das betreute Vermögen im Jahr 2021 auf ca. 963 Millionen Euro belaufen. Während das gesamte verwaltete Vermögen in Österreich bereits im Jahr 2019 bei 1.191,5 Milliarden Euro lag. Das mag durchaus an den Kosten liegen, die im Vergleich zu Robo-Advisors aus anderen Ländern etwas höher sind.

Besonders wichtig ist es die junge Zielgruppe, die schließlich mit digitalen Vermögensverwaltern angesprochen werden soll, für einen Robo-Advisor zu begeistern. Und da gibt es natürlich einige Anbieter, die das auch schaffen: zum Beispiel der Robo-Advisor OSKAR, mit dem die ganze Familie spielend leicht ihr Geld investieren kann. Besonders interessant ist vor allem, dass ausgerechnet am Anfang der Corona-Pandemie die digitale Vermögensverwaltung einen regelrechten Boom erlebte. So verzeichneten manche Anbieter einen deutlichen Anstieg des verwalteten Vermögens.

Wichtig: Robo-Advisor ist nicht gleich Robo-Advisor, die Unterschiede in der digitalen Vermögensverwaltung sind teilweise enorm, vor allem in der Anlagestrategie, aber auch die Gebühren der Robo-Advisors sind sehr unterschiedlich.

Große Unterschiede bei den Kosten

In der Regel fallen einerseits Kosten für die verwendeten Produkte an, also beispielsweise für den Kauf und Verkauf von ETFs, und andererseits laufende Service-Kosten (je nach Anbieter zwischen 0,25 und 1,5 Prozent pro Jahr). Insgesamt ist die Geldanlage mithilfe von Robo-Advisors für Sie aber deutlich günstiger als die Vermögensverwaltung über einen Bankberater oder einen externen Finanzdienstleister.

Unsere Empfehlung: Unser Robo-Advisor-Vergleich hilft Ihnen bei der Suche nach dem für Sie passenden Anbieter. Wir haben für Sie die wichtigsten Daten wie die Performance und Gebühren der unterschiedlichen Anbieter übersichtlich aufgeführt und miteinander verglichen. Anschließend haben wir die Vor- sowie Nachteile der besten Robo-Advisor in Österreich gegenübergestellt und die Strategien von Scalable Capital, OSKAR, Ginmon und Co. auf Herz und Nieren geprüft.

Wichtige Kriterien bei der Anbieterwahl

Die Unterschiede der verschiedenen Robo-Advisor sind, wie bereits erwähnt, teilweise sehr groß. Wichtige Kriterien, die bei der Entscheidung für oder gegen einen Robo-Advisor helfen, sind die Anlagephilosophie und die Kosten, vor allem die Performancegebühr, die in guten Börsenjahren die Rendite ganz schnell zunichte machen kann.

Full-Service-Robos und Half-Service-Robos

Wir haben in unserem Robo-Advisor-Vergleich sowohl Full-Service-Robos als auch Half-Service-Robos getestet. Full-Service-Robos bieten, wie der Name schon sagt, ein „Rundum-sorglos-Paket“ an: Sie legen Ihr Geld an, der Vermögensverwalter macht den Rest. Bei einem Half-Service-Robo müssen Anleger immer wieder zustimmen, wenn ihr Depot umgeschichtet wird. Je nachdem ob Sie die Kontrolle über Ihre Geldanlage behalten wollen oder ob für Sie die Bequemlichkeit im Vordergrund steht, können Sie sich für die eine oder die andere Alternative entscheiden.

Zu den Full-Service-Robos gehören beispielsweise OSKAR, Quirion, Scalable Capital, VisualVest, und Ginmon. Growney hingegen ist ein Half-Service-Robo. Robos, die ihren Kunden nur Anlagevorschläge unterbreiten, das Management der Geldanlage jedoch nicht übernehmen, haben wir in unserem Test nicht berücksichtigt.

Performancegebühren

In unserem Anbieter-Vergleich fällt auf, dass OSKAR und Co. keine Per­for­mance­gebühren erheben. Auch der Roboter-Berater Ginmon, der in der Ver­gangen­heit nach dem sogenannten High-Watermark-Prinzip Performancegebühren erhoben hatte, hat sein Geschäftsmodell geändert. Die Performance-Gebühren hat Ginmon seit 2019 komplett abgeschafft. Für Kunden fällt nun nur noch eine Grundgebühr von 0,75 Prozent p.a. an.

Solidvest stellt hinsichtlich der Performancegebühr in unserem Robo Advisor-Vergleich eine Ausnahme dar: Der digitale Vermögensverwalter der DJE Kapital AG erhebt weiterhin nach dem sogenannten High-Watermark-Prinzip Performancegebühren in Höhe von 10 Prozent. Die erfolgsabhängige Gebühr (auch Performance Fee genannt) fällt am Ende des Jahres an und bezieht sich auf den reinen Vermögenszuwachs nach Abzug aller Kosten. 

Aber: Dass die große Mehrzahl der Anbieter in unserem Robo Advisor-Test keine Performancegebühren erhebt, ist eine sehr gute Nachricht für die Kunden, denn: In einem guten Börsenjahr, in dem auch in mittleren Risikokategorien ein Plus von mehr als acht Prozent erreicht werden kann, schlagen Performancegebühren massiv zu Buche.

Anlagephilosophie

Ein weiteres großes Unterscheidungsmerkmal zwischen den Anbietern ist ihre An­la­ge­phi­lo­sophie. In dieser Kategorie stechen Savity und Scalable Capital hervor: Während all die anderen Anbieter in der Regel ein klassisches Rebalancing anbieten, also das Portfolio regelmäßig auf eine starre Aktien-/Anleihengewichtung zurücksetzen (dabei dient der Aktienanteil als Näherungswert für die Risikoeinstufung), verfolgen Savity und Scalable eine ganz andere Strategie.

Der nach Anlagevolumen größte Robo-Advisor in Deutschland Scalable Capital hält die Gewichtung von Aktien und Anleihen nicht konstant, sondern das tatsächliche Risiko im Portfolio. Da Aktien oder Anleihen je nach Marktumfeld unterschiedlich riskant sind, variiert auch deren Gewichtung im Portfolio. Scalable hat dazu die Risikokennzahl „Value-at-Risk“ eingeführt. Bei dem österreichischen Anbieter Savity können die Kunden aus zwei verschiedenen Anlagestrategien wählen. Egal ob klassisches Rebalancing oder ein Value-at-Risk-Ansatz, hier findet jeder etwas, das zu seiner Strategie passt.

Wichtig: Dies bedeutet, dass die „mittleren Risikostrategien“ der Anbieter, die mit konstanten Gewichten (und damit schwankendem Risiko) arbeiten, mit Scalable und Savity nur schwer vergleichbar sind.

Von erfahrenen Investment-Profis lernen!

Noch mehr Expertenwissen zu Aktien, ETFs & Co. gibt es in unseren kostenfreien Online-Seminaren. Fondsmanager, Analysten, Profi-Trader und andere Experten stehen Ihnen Rede und Antwort:

Welche Anlagestrategien sind erfolgversprechend?
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Jetzt einsteigen oder eher abwarten?

18.05.2021, 18:00 Uhr:
Wie Anleger in 2021 von den besonderen Chancen Algorithmus-basierter Trading-Ansätze profitieren können
19.05.2021, 18:00 Uhr:
Wie der Stop-Loss über Ihre Gewinne entscheidet

Die besten Robo-Advisor im Vergleich

In den vergangenen Jahren ist die Geld­anlage über Robo-Advisors immer beliebter ge­wor­den. Kein Wunder, schließ­lich sind die Angebote inzwi­schen auf fast jeden Anlegertyp in­di­vi­duell an­passbar. Eine Vorreiterrolle nimmt in dieser Beziehung Scalable Capital ein: Anleger können hier aus 23 Risikoklassen frei wählen. Doch auch die Konkurrenz hat viel zu bieten, wie unser ausführlicher Robo-Advisor-Vergleich zeigt.

OSKAR – Erfahrungen und Strategie

Der Robo-Advisor OSKAR wartet mit einem spannenden Kon­zept auf: Mit OSKAR können Sie ganz ein­fach Vermögen für sich, Ihre Kinder oder Ihre gesamte Fa­milie auf­bauen. Be­reits ab einem Betrag von 25 Euro pro Monat können Sie dort für sich und Ihre Liebsten Ver­mögen auf­bauen. Zum Beispiel legen Sie größere Beträge für sich an und richten ei­nen Spar­plan mit kleineren Beträgen für Ihre Kinder oder Enkel ein.

Ihr Kapital wird, wie bei fast allen digitalen Ver­mögens­ver­wal­tern, in ETFs in­vestiert und pro­fessio­nell ver­waltet. Die ETF-Aus­wahl erfolgt nach strengen Kriterien. OSKAR legt Ihr Kapital in bis zu zehn ETFs mit welt­weiter Abdeckung gleich­zeitig an. Sobald günstigere Produkte auf den Markt kommen, nimmt OSKAR einen Austausch vor – so bauen Sie Ihr Vermögen immer mit den besten ETFs auf.

Potentielle OSKAR-Kunden können in 15 Minuten ein Konto eröffnen, über eine moderne App können dann alle wichtigen Daten jeder­zeit und überall ganz leicht ein­gesehen wer­den. Das Beste: OSKAR besitzt ein auto­mati­sches Rebalancing, mit dem Ihr OSKAR-Port­folio regel­mäßig auf Ihre An­lage­stra­tegie über­prüft und „zurück­gesetzt“ wird. Haben Sie sich bei­spiels­weise beim Start Ihres OSKAR-Spar­plans für die An­lage­stra­tegie „OSKAR 90“ entschieden, also für einen Aktienanteil von 90 Prozent, dann wird dieses 90:10-Verhältnis von Aktien zu anderen Wert­pa­pie­ren in Ihrem OSKAR-Port­folio von Zeit zu Zeit immer wie­der her­gestellt.

Die Gebühren für den Service rund um Ihr ETF-Investment sind bei OSKAR übrigens über­schau­bar: Sie als OSKAR-Kunde zahlen jährlich maximal ein Prozent Ihres angelegten Ver­mö­gens, es gibt keine Aus­gabe­auf­schläge, keine Perfor­mance­gebühren und keine versteck­ten Kosten.

Hinweis: Die Ver­mögens­verwaltung bei OSKAR wird von Scalable Capital, dem Markt­füh­rer bei di­gi­taler Ver­mögens­verwaltung in Deutsch­land, übernommen. Die Depot-Bank ist die Baader Bank, ebenfalls einer der Markt­führer in diesem Bereich.

Ginmon Erfahrungen und Strategie

Seit 2015 ist Ginmon als Full-Service-Robo auf dem Markt und gehört zu den etablierten Robo-Advisors in Deutschland. Das Depot wird bei der DAB BNP Paribas angelegt – eine deutsche Niederlassung der französischen Großbank BAP Paribas. Anleger können ohne Mindesteinzahlung Ginmon-Kunde werden, sie müssen also weder einen Sparplan einrichten noch eine Einmalzahlung leisten.

Ginmon hat sich der Konkurrenz angeschlossen und verlangt seit 2019 keine Performance-Gebühren für die Geldanlage. Kunden zahlen lediglich 0,75 Prozent p.a. – das bedeutet bei einer Geldanlage in Höhe von 50.000 Euro eine Jahresgebühr von 195 Euro. Zusätzlich fallen allerdings noch 0,20 Prozent ETF-Kosten pro Jahr für die konventionelle Geldanlage an.

Ginmon hat die Anlagestrategie von Nobelpreisträger Eugene Fama übernommen. Diese beruht auf einem sogenannten 3-Faktoren-Modell. Ginmon-Kunden können außerdem aus zehn verschiedenen Anlagestrategien wählen, die je nach Risikobereitschaft höhere Rendite erwirtschaften können – aber auch höheren Wertschwankungen unterworfen sind. Außerdem ist seit Anfang Februar 2021 Ginmons nachhaltige Geldanlage für die Kunden verfügbar, mit der sie die strengste nachhaltige Geldanlage eines deutschen Robo-Advisors im Angebot haben.

Bei Finanztest bekommt Ginmon im Jahr 2018 nur ein „befriedigend“ – unter anderem wegen der Performance-Gebühren, die seit 2019 abgeschafft wurden. Außerdem bemängelte Finanztest damals, dass die Informationen über Produkte und Kosten für den Kunden nicht ersichtlich genug waren.

Quirion – Erfahrungen und Strategie

Quirion, der Robo-Advisor der Quirin Bank, ist einer der älte­sten Anbie­ter im Be­reich digi­tale Ver­mögens­ver­waltung in Deutsch­land. Bereits Ende 2013 erblickte Quirion das Licht der Robo-Advisor-Welt. Wie die meisten Roboter-Berater nutzt auch Quirion überwiegend passive Fonds, meistens ETFs. Zum Quirion-Portfolio kommen aber auch noch zwei aktiv gemanagte und indexnahe Fonds hinzu. Aufgrund der Anlagephilosophie und der Anzahl der Fondstitel werden diese als ETF-ähnlich angesehen.

Für das günstigste Modell verlangt Quirion für Verwaltung und Fonds gerade einmal 0,48 Prozent der Anlagesumme pro Jahr. Verglichen mit anderen Anbietern in unserem Robo-Advisor-Vergleich ist das besonders günstig. Anleger können ab einer Einmalanlage von 1.000 Euro Kunde von Quirion werden, 10.000 Euro der Geldanlage sind ein Jahr lang kostenfrei, Performancegebühren erhebt Quirion nicht. Auch bietet Quirion einen ETF-Sparplan ab 30 Euro an. Außerdem arbeitet das Zinsportal Savedo nun mit Quirion zusammen, sodass Sparer ihre Zinsanlage um ein Fondsportfolio erweitern können.

Im Jahr 2019 hat Quirion mit seinem „60/40“-Portfolio eine Wertsteigerung von 8,48 Prozent erreicht – nach Abzug aller Kosten und bei einem Anlagevolumen von 50.000 Euro. Damit liegt Quirion im Mittelfeld aller Anbieter in unserem Robo-Advisor-Vergleich. Stiftung Warentest beurteilte in „Finanztest“-Ausgabe 08/2018 die Anlageempfehlungen von Quirion als „gut“ und machte den Full-Service-Robo der Quirin Bank zum Testsieger.

Growney Erfahrungen und Strategie

Der Half-Service-Robo Growney gehört nach Anlagevolumen ebenfalls zu den etwas klei­neren Roboter-Beratern. Seit März 2020 hat Growney eine Lizenz als Vermögensverwalter von der Aufsichtsbehörde Bafin erhalten und ist damit kein reiner Anlagevermittler mehr. Mit einer Mindestanlagesumme von 500 Euro oder einem ETF-Sparplan ab 25 Euro monatlich können Sie Kunde bei Growney werden. Kunden können zwischen fünf ver­schiedenen Anlage­strategien und einer unter­schied­lichen Ge­wichtung von Aktien und An­leihen wählen. Mit mehr Aktien im Portfolio steigt auch das Risiko – und die Chance auf eine höhere Rendite. Die monatliche Sparrate können Growney-Kunden jederzeit auf dem Portal anpassen und Ein­zahlungen sowie Aus­zahlungen mit wenigen Klicks vornehmen.

Growney investiert in Aktien und Anleihen und bildet deren Entwicklung über ETFs ab. Im Jahr 2018 ver­buchte Growney eine Per­formance von +17,68 Prozent für sein Portfolio „grow 50“, was einem mittleren Risiko­profil entspricht mit einer Aktien­quote von 50 Prozent – nach Abzug aller Kosten und bei einem Anlagevolumen von 50.000 Euro. 

Das Deutsche Kunden­institut (DKI) und die Zeitschrift €uro am Sonntag kürten Growney übrigens zum Sieger (Note „sehr gut“) ihres Tests „Bester Robo-Advisor 2019“. Im Mittel­punkt des Ver­gleichs von ins­gesamt 17 digi­talen Vermö­gens­ver­waltern standen „die Kon­di­tionen und die Güte­klasse der Angebote“. Growney schnitt in der Kategorie „Konditionen“ unter anderem des­halb als Bester ab, weil der Half-Service-Robo „nicht mit irgendwelchen Sondergebühren um die Ecke kommt“. Beim Growney-Ange­bot überzeugte die Tester darüber hinaus, dass ein Sparplan bereits ab 25 Euro monatlich möglich ist. Das bieten nicht viele Robo-Advisors.

Solidvest investiert nicht in ETFs

Solidvest ist die digitale Vermögensverwaltung der DJE Kapital AG. Im Gegensatz zu anderen Robo-Advisors verzichtet Solidvest komplett auf Investments in Fonds und legt das Kapital seiner Kunden stattdessen direkt in Aktien und Anleihen an. Auf der Onlineseite von Solidvest heißt es dazu: „Unser Ziel für Ihr Port­folio: Ca. 30 Aktien- und bis zu 20 Anleihentitel (…) für Sie herauszu­filtern, deren Allokation ein global diversifiziertes Portfolio gemäss Ihrem individuellen Rendite-Risiko-Profil und den von Ihnen gewählten Themen­schwer­punkten im Aktien­bereich ermöglicht.“

Solidvest-Kunden können darüber hinaus direkt Einfluss auf die Gewichtung von Investmentthemen nehmen. Ja nach Vorlieben des Anlegers wählt Solidvest dann die Werte aus, die zum gewählten Rendite-Risiko-Profil und zur Markt­lage passen. Ziel ist es, die Vorteile eines Robo-Advisors mit den Vorzügen des klassischen Vermögensmanagements zu kombinieren.

Der Vorteil: Der Verzicht auf ETFs eröffnet Solidvest und seinen Kunden die Chance, den Markt schlagen zu können. Der Nach­teil: Aktienkurse können relativ stark schwanken, das Risiko ist entsprechend höher als bei einem Robo-Advisor, der auf breit diversifizierte Fonds setzt.

Scalable Capital – Erfahrungen und Strategie

Scalable Capital ist der Marktführer unter den Robo-Advisors in Deutschland. Ende Mai 2018 knackte der digitale Vermögensverwalter aus München die Marke von einer Milliarde Euro Kundeneinlagen, wie das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtete. Mittlerweile verwaltet Scalable Capital mehr als zwei Milliarden an Kundeneinlagen.

Im Jahr 2018 lag die Performance des Portfolios „Value-at-Risk 20%“ von Scalable Capital nach Abzug aller Kosten und bei einem Anlagevolumen von 50.000 Euro bei -6,73 Pro­zent. „Value-at-Risk 20%“ entspricht übrigens einem mittleren Risikoprofil mit einer Aktien­quo­te von annähernd 50 Prozent. Das Besondere: Scalable passt das Risikoprofil an die je­weili­ge Markt­situa­tion an. Das bedeutet, dass die Aktienquote in starken Bör­sen­phasen auch über 50 Pro­zent liegen kann, in turbulenten Zeiten deutlich darunter. Das kann für Anleger ein Problem sein, wenn bei unerwarteten Marktbewegungen Anpassungen zu spät erfolgen, eröffnet gleichzeitig aber auch große Renditechancen.

Dank des „Value-at-Risk“-Ansatzes können Scalable-Kunden aus 23 Risikoklassen wählen, jeder Kunde kann beim Marktführer also mehr oder weniger chancenorientiert anlegen. Bei Scalable heißt es dazu: „Wir weisen für jede unserer 23 Risikoklassen ein konkretes Verlustrisiko aus – über die Kennziffer Value-at-Risk (VaR). So geht zum Beispiel Risiko­klasse 14 mit einem VaR-Wert von 14 einher. Das bedeutet: Auf Jahressicht sollte das Port­folio mit einer Wahr­schein­lich­keit von 95 Prozent nicht mehr als 14 Prozent ver­lie­ren.“ Neben der VaR-Strategie hat Scalable Capital inzwischen auch nachhaltige Anlagestrategien (ESG mit und ohne Gold) in die breite Produktpalette mitaufgenommen.

Ab einer Mindesteinzahlung von 10.000 Euro können Anleger Kunde von Scalable werden. Alle Umschichtungen im Portfolio sind für den Kunden in der Ver­waltungs­ge­bühr (0,75 Pro­zent) enthalten. Hinzu kommen durchschnittlich noch etwa 0,15 Prozent ETF-Kosten. Gebühren, die von der Performance abhängig sind, erhebt Scalable nicht.

Deutschlands größter Robo-Advisor investiert ausschließlich in ETFs und bildet darüber alle wichtigen globalen Anlageklassen ab: Aktien, Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, besicherte Anleihen, Rohstoffe und Immobilien. Zusätzlich hat Scalable die Möglichkeit, Tagesgeld über das Verrechnungskonto als risikoarme Anlageklasse zu nutzen. Darüber hinaus stehen Scalable mit der ING-DiBa und Siemens Private Finance zwei starke Partnerbanken zur Seite.

Unsere Empfehlung: Wir haben in einem ausführlichen Bericht Scalable Capital unter die Lupe genommen. Dort finden Sie alles, was Sie über den Robo-Advisor wissen müssen.

Whitebox Erfahrungen und Strategie

Whitebox ist ein Fullservice-Robo-Advisor mit Sitz in Weil am Rhein. Der Anlageansatz bei Whitebox wurde gemeinsam mit dem Morningstar Investment Management/Ibbotson entwickelt. Das Produktportfolio von Whitebox ist sehr breit. Insgesamt können Sie als Anleger zwischen zehn verschiedenen Portfolios wählen. Whitebox investiert mithilfe von ETFs unter anderem in die Anlageklassen Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Immobilien. 

Die Mindestanlagesumme beträgt bei Whitebox 5.000 Euro. Für die Verwaltungsgebühren sollten Sie zwischen 0,35 und 0,95 Prozent je nach Anlagebetrag einplanen. Darüber hinaus fallen Produktkosten an, die abhängig von Ihrem Risikoprofil zwischen 0,16 und 0,21 Prozent liegen. 

Im Jahr 2019 lag die Performance von Whitebox mit dem Portfolio mit 55 Prozent Aktienanteil (Risikostufe 6) bei +13,84 Prozent. Ab Einzahlungen von 50.000 Euro zahlen Sie eine Grundgebühr von 375 Euro pro Jahr. Im Robo-Advisor-Test von Stiftung Warentest in „Finanztest“-Ausgabe 08/2018 schnitt Whitebox nach Quirion am besten ab und erhielt ebenfalls die Note „gut“. 

Passives und aktives Robo-Advisory - schon gewusst?

Bei Finanzrobotern muss grundsätzlich zwischen passiven und aktiven Robo-Advisors unterschieden werden. Passive Robo-Advisors arbeiten ähnlich wie eine klassische Anlagevermittlung oder Vermögensberatung: Sie schlagen Ihnen während des Anlageprozesses Änderungen in der Investitionsstrategie vor, übernehmen diese jedoch nicht automatisch (Half-Service-Robos).

Aktive Robo-Advisors (Full-Service-Robos) hingegen übernehmen für Sie die komplette Steuerung des Portfolios und schichten unter anderem bei Bedarf die Anlagen vollautomatisch um.

Darum taucht Liqid nicht in unserem Test auf

Der digitale Vermö­gens­ver­walter Liqid bietet seit Sep­tem­ber 2016 Robo-Advisory an. Beim Robo-Advisor-Test 2018 der Zeitschrift Capital landet der Ber­liner Full-Service-Robo auf dem er­sten Platz – und ver­drängt Scalable von der Spitzen­position, die der Markt­füh­rer im Vorjahr noch inne hatte. Dennoch taucht Liqid in unserem Ver­gleich nicht auf, warum?

Liqid richtet sich an eine sehr ver­mögende Ziel­gruppe, so heißt es auf der Homepage von Liqid: „Seit unserem Marktstart im September 2016 hat unser Konzept (…) bereits Hunderte von Kunden über­zeugt, uns im Schnitt über 200.000 Euro an­zu­vertrauen.“ Entsprechend hoch ist die Mindest­anlage bei Liqid: Erst ab einer Einlage in Höhe von 100.000 Euro können Anleger Kunde von Liqid werden. Um in den Private-Equity-Fonds investieren zu können, ist gar eine Mindest­anlage­summe von 200.000 Euro notwendig. Für die meisten Privat­anleger ist diese Summe zu hoch, was Liqid für unseren Robo-Advisor-Vergleich ausschließt.

Auch die Kostenstruktur des Berliner Roboter-Beraters ist etwas kompliziert: Die jährlichen Verwaltungskosten für die Portfolios liegen – abhängig von der Höhe des Anlagevolumens und des gewählten Anlagestils – zwischen jährlich 0,25 und 0,90 Prozent. Hinzu kommen die Kosten für die eingesetzten Finanzprodukte, welche für den passiven Anlagestil „Liqid Global“ im Schnitt 0,15 Prozent jährlich und für den aktiven Anlagestil „Liqid Select“ im Schnitt 0,69 Prozent pro Jahr betragen. Auf Performancegebühren verzichtet Liqid.

Wer entsprechend liquide ist, für den kann Liqid aber eine gute Alternative zu den von uns getesteten Robo-Advisors sein. Liqid setzt auf ein bewährtes Risikomanagement auf mehreren Ebenen, das die Wahrscheinlichkeit von hohen Verlusten reduziert, ohne die Chance auf attraktive Renditen zu schmälern. Darüber hinaus kann der Liqid-Kunde entscheiden, ob sein Geld mit einem aktiven (Liqid Select) oder einem passiven Anlagestil (Liqid Global, Liqid Global Impact) verwaltet werden soll. Die Anlagestrategie „Liqid Global 50“ (Aktienanteil 45 Prozent) erzielte im Jahr 2017 eine Wertentwicklung von 5,39 Prozent nach allen Gebühren. Als bisher einziger digitaler Vermögensverwalter erhielt Liqid für 2016 und 2017 vom unabhängigen Ranking-Institut firstfive „herausragende Ergebnisse“ für seine Verwaltungsstrategien.

Robo Advisor-Vergleich – so haben wir getestet

Damit wir die Robo Advisor miteinander vergleichen konnten, haben wir versucht möglichst gleiche Bedingungen zu schaffen: So haben wir die Anlagesumme von 50.000 Euro gewählt, um einheitlich zu zeigen, wie viel Sie bei den einzelnen Anbietern für diese Anlangesumme insgesamt bezahlen müssen. Die Gesamtkosten setzen sich bei jedem Robo Advisor aus der Grundgebühr und den Produktkosten zusammen.

Anlagevermögen von Robo-Advisors weltweit

Robo-Advisor Anlagevermögen Land
Vanguard Personal Advisor 93.000 USA
Schwab Intelligent Portfolios 19.400 USA
Betterment 11.851 USA
Wealthfront 8.218 USA
Personal Capital 4.344 USA
Nutmeg 1.107 GB
Wealthsimple 1.000 CAN
Future Advisor 969 USA
AssetBuilder 753 USA
Rebalance IRA 549 USA
Scalable Capital 535 DE

Verwaltetes Anlagevermögen in Millionen US-Dollar, Quelle: Statista Digital Market Outlook, Stand: 12/2017

Was sind die Vorteile von einem Robo-Advisor?

Neben der enormen Zeitersparnis, die die Online-Vermögensverwaltung der Robo-Advisor bringt, liegt ein zentraler Vorteil gegenüber klassischen Anlagestrategien in der automatisierten Risikobeurteilung, denn die Roboter-Berater nehmen Ihnen als Anleger die Last der eigenen Beurteilungen ab. Ihre Anlage wird folglich nicht durch eigene Gefühle beeinflusst.

Da Robo-Advisors vollständig automatisiert sind, können sie direkt auf Veränderungen im Markt reagieren und sind hier meist schneller als menschliche Berater.

Tipp: Vor allem im Hinblick auf das Risikomanagement der Robo-Advisor sollten Sie vorhandene Angebote vergleichen. Denn gerade in diesem Bereich gibt es zum Teil enorme Unterschiede zwischen den Anbietern.

Robo-Advisor vs. klassische Vermögensverwaltung der Hausbank

Im Vergleich zu einer Anlage bei der eigenen Hausbank kann ein Produktportfolio, das mithilfe der Robo-Advisors erstellt wird, deutlich größer sein. Unabhängige Finanzverwalter verfügen zwar ebenfalls über ein größeres Produktportfolio, als Berater einer Hausbank. Die Verwendung eines Robo-Advisors ist jedoch deutlich günstiger, als die Beauftragung eines unabhängigen Finanzverwalters.

Darüber hinaus ist die Mindestanlagesumme bei Robo-Advisors niedriger als bei klassischen Vermögensverwaltungen. Einige Anbieter verlangen sogar gar keine Mindestanlagesumme. Die Software der Roboter-Berater ist außerdem benutzerfreundlich und daher leicht zu bedienen. Des Weiteren sind die digitalen Vermögensberater transparent. Nicht nur die Kosten sind übersichtlich, auch der Anlageprozess ist nachvollziehbar.

Was sind die Nachteile von einem Robo-Advisor?

Bei der Geldanlage über Robo-Advisors wird die persönliche Beratungsleistung durch automatisierte Prozesse ersetzt. Darunter kann die Individualität der Anlage leiden, da auf der Grundlage der standardisierten Abfrage der Anlagepräferenzen eine vorab festgelegte Anlagestrategie ausgewählt wird. Zwar kann man Robo-Advisors schon ab geringen Mindesteinzahlungen nutzen, jedoch kann bei kleinen Einzahlungssummen das Verhältnis von Kosten und Rendite für Sie negativ sein.

Unsere Empfehlung: Wenn Sie Ihr Geld über Robo-Advisors anlegen wollen, dann behalten Sie das Verhältnis von Kosten und Rendite der Kapitalanlage im Blick. Dann übersteigen die Kosten die Rendite in der Regel nicht.

Tipp: Legen Sie Ihr Geld nur über Robo-Advisors an, wenn Sie einen langfristigen Vermögensaufbau planen. Wenn Sie zum Beispiel nur für ein Jahr eine Geldanlage planen, sollten Sie auf andere Anlagestrategien zurückgreifen. In diesem Ratgeber-Artikel erfahren Sie hilfreiche Tipps zur Geldanlage.

Die Bezeichnung Robo-Advisor

Der Name Robo-Advisor setzt sich aus den englischen Begriffen von Roboter (Robot) und Berater (Advisor) zusammen. Als Überbegriff wird für diese Form der Geldanlage auch von Robo-Advice gesprochen.

Wie sicher ist die Geldanlage über einen Robo-Advisor?

Wie bei jeder Geldanlage auf Basis von an der Börse gehandelten Produkten ist Ihre Rendite der Geldanlage von mehreren Faktoren abhängig und variiert. Einige Robo-Advisors kooperieren in Deutschland mit Partnerbanken, die unter Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) stehen.

Das Geld wird bei den meisten Anbietern in einem Depot bei der Partnerbank angelegt und ist somit im Fall einer Insolvenz des Robo-Advisor-Anbieters geschützt. In Deutschland wird die Geldanlage zudem als Sondervermögen der kooperierenden Bank klassifiziert und daher nicht dem Vermögen dieser Bank angerechnet. Folglich ist das Geld auch bei einer Insolvenz der Partnerbank sicher.

FAQ – alles, was Sie über Robo-Advisor wissen müssen

Der Gedanke hinter einem Robo-Advisor ist, dass er einen klassischen Anlageberater oder Vermögensverwalter ersetzen soll. Mithilfe von technischen Vorgaben basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen investiert er das Geld des Kunden ganz automatisch nach der gewählten Anlagestrategie. Der wichtige Unterschied zu einem menschlichen Vermögensverwalter ist, dass keine Emotionen dahinterstecken.

Das alles passiert automatisch, ohne das eine Person eingreifen muss. Je nach Anbieter schichtet ein Robo-Advisor in Krisenzeiten auch automatisch das Portfolio um oder weicht nicht von der Anlagestrategie ab. Mindestens ein Mal jährlich erfolgt jedoch ein sogenanntes Rebalancing, das das Aktien-Anleihen-Verhältnis wieder der gewünschten Anlagestrategie anpasst.

Ein Robo-Advisor ist vor allem für alle geeignet, die wenig Erfahrung an der Börse mitbringen oder wenig Zeit haben, sich mit den einzelnen Anlagemöglichkeiten zu beschäftigen. Außerdem eignet sich ein Robo-Advisor besonders für langfristige Anlagen. Denn hier wird die „Buy and Hold“-Strategie verfolgt. Es werden also verschiedene ETFs gekauft und behalten.

Ein weiterer Vorteil sind die geringen Kosten. Da ein Robo-Advisor automatisiert arbeitet und keine Person diesen überwachen muss, zahlen Kunden für den Service deutlich weniger als für einen klassischen Vermögensverwalter, der für sie das Portfolio aktiv managt.

Das Angebot an Robo-Advisorn in Österreich wächst stetig. Insgesamt gibt es über 10 Robo-Advisors in Österreich. Fast jede große Bank hat mittlerweile einen eigenen Anbieter und auch Tech-Start-ups sind hier auf dem Vormarsch. Wir haben in unserem Robo-Advisor-Vergleich sowohl die Marktführer als auch kleinere Anbieter miteinander verglichen, um so die große Vielfalt aufzuzeigen.

Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Hier kommt es darauf an, welche Robo-Advisor am besten zu Ihnen passt. Welche Kriterien müssen für Sie erfüllt sein? Möchten Sie Ihre Anlagestrategie selbst wählen, dann können Sie dies bei WeltInvest tun. Legen Sie Wert auf persönliche Beratung, finden Sie diese bei Quirion. Möchten Sie mit einer kleinen Anlagesumme oder gar nur einem Sparbetrag starten, können Sie bei OSKAR ab 25 Euro einen Sparplan eröffnen.

Wichtig ist nur, dass das Kosten-Rendite-Verhältnis stimmt. Denn ein guter Robo-Advisor bringt Ihnen nichts, wenn Sie am Ende nicht viel von der Rendite haben. Deswegen achten Sie nicht nur auf die Performance-Daten, die wir Ihnen oben im Vergleich aufgelistet haben, sondern auch auf die jährlichen Kosten.

Geldanlage mit Robo-Advisor - das sollten Sie tun

1
Prüfen Sie auf der Grundlage unserer Informationen, ob für Sie eine Geldanlage mithilfe eines Robo-Advisors in Frage kommt.
2
Vergleichen Sie verschiedene Anbieter im Hinblick auf Ihre Anlagestrategie: Bereits ab 25 Euro pro Monat können Sie bei OSKAR Geld anlegen, bei Scalable Capital können Sie dies ab einer Mindestanlagesumme von 10.000 Euro. Bei Quirion legen Sie günstig an.
3
Entscheiden Sie sich für einen Anbieter und eröffnen Sie ein Depot bei der entsprechenden Partnerbank.
4
Lassen Sie jetzt den Robo-Advisor für sich arbeiten!

Beitrag zuletzt aktualisiert von:

JASMIN MENCIN – RATGEBER-REDAKTEURIN

Jasmin Mencin - Redakteurin finanzen.net RatgeberJasmin Mencin ist seit Anfang 2021 Teil der Ratgeber-Redaktion. Sie ist zuständig für die Themen Robo-Advisor, Corona-Rubrik und Kryptowährungen. Ihr Studium in den Fächern Germanistik und Pädagogik hat sie mit einem Master abgeschlossen. Während ihres Studiums sammelte sie bereits erste Erfahrungen als Content Writerin im Bereich Sprachen.

Beitrag verfasst von:

ANNIKA NIEDERKORN – EHEMALIGE REDAKTEURIN

Annika Niederkorn war von 2018 bis 2019 zuständig für die Themen Versicherung und Vorsorge. Zuvor schrieb Sie als freie Mitarbeiterin für verschiedene Zeitungen und hospitierte unter anderem bei der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Ihr Studium der Politischen Kommunikation schloss sie mit einem Master ab.

Hinweis: Unsere Ratgeber-Artikel sind objektiv recherchiert und unabhängig erstellt. Damit Sie unsere Informationen kostenlos lesen können, werden manchmal Klicks auf Verlinkungen vergütet.

Hinweis zu OSKAR: Oskar ist eine Marke der Oskar.de GmbH, eine Ausgründung der finanzen.net GmbH. Die Scalable Capital Vermögensverwaltung GmbH verwaltet das Vermögen, die Baader Bank AG führt die Depots mit Verrechnungskonten.

Bildquelle: Ociacia / Shutterstock.com

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